Seniorenbetreuung : Die Arbeit als Pflegerin in Deutschland – mein zweites Zuhause

Ich dachte nie, dass sich Sachen so ändern können, dass ich im Ausland wohnen werde, weit weg vom Zuhause. Mit Sicherheit habe ich nie vermutet, dass Seniorenbetreuung meine Beschäftigung wird. Ich fühlte bestimmt nicht, dass Seniorenbetreuung mein Ding ist. Das Leben schreibt aber verschiedene Szenarien.

Seniorenbetreuung

Meine (kurze) Lebensgeschichte

Immer im Leben bin ich den Hügel hinaufgeklettert. Meine 50 Jahre erlebte ich sehr intensiv. In jungen Jahren habe ich mich nicht beschwert, weil meine Mutter mich gelernt hat, dass man hart arbeiten und wenig reden soll. Es macht kein Sinn, mit sich selbst Mitleid zu haben, alle haben es schwer zu tragen, sagte sie. Und so habe ich gearbeitet, später erschien mein geliebter Mann und Kinder. Man kann nicht sagen, dass es keine Krisen im Leben gab, es gab solche, einmal sind wir den Hügel hinaufgeklettert, einmal gingen wir bergab. Die Ehe ist die Kunst des Kompromisses und mehrmals mussten wir vergeben. Es gab Gründe, für die wir uns bedanken mussten – zwei unsere wunderbare, jetzt schon erwachsene Kinder – ehrlich kann ich sagen, dass sie gute Menschen geworden sind. Mit Freude kann ich mir die Fotos von Enkelkindern anschauen oder mit Enkelkindern via Skype reden. Es ist aber die Zeit der Stagnation angekommen. Kinder sind schon erwachsen und außerhalb vom Zuhause, zu Hause gibt es nur Eltern. Wir hatten das Glück, dass unsere Eltern immer mit uns zusammenwohnten – deswegen in die 24- Kinderbetreuung waren unsere Eltern auch involviert. Kinder wuchsen, Eltern wurden älter. Letztendlich gab es nur sie Zuhause. Greisenalter ist angekommen, der Vater war ein Patient nach Herzinfarkt und Mutter war eine Patientin nach Schlaganfall. Es war nicht einfach – ein Betreuer von einer kranken Person, oder sogar von zwei kranken Personen hat viel zu tun. Ich war eine Betreuerin, Pflegerin, Putzfrau, Psychologin und Köchin auf einmal. Es ist sehr viel Arbeit und mein Mann war für mich eine Unterstützung. Die Zeit ist angekommen, als meine Eltern verstorben sind. Lange Zeit konnten wir uns nicht in einem leeren Zuhause einleben. Das Gute daran, war die Tatsache, dass wir eine kranke Nachbarin hatten und ich konnte ihr helfen. Es war für mich sehr wichtig, weil ich sehr gut wusste, wie einsam solche Personen sind, was solche Personen brauchen und wie schwer das Leben von solchen Menschen ist. Seniorenbetreuung war für mich kein Problem, weil ich mich schon um Eltern kümmerte und es gab jetzt nur eine Nachbarin. Ich konnte ihr helfen und ich wusste welche Bedürfnisse sie hatte, aber nach wenigen Monaten die Tochter der Nachbarin hat sie nach Hause gebracht, weil ihre Familie sie nah haben wollte. Das wundert mich nicht, Mutter und Großmutter zu Hause sind in der Tat ein Schatz.

Seniorenbetreuung – eine neue Etappe in meinem Leben

Ich wusste nicht, was ich machen soll. Ich fing an in sich selbst zu investieren- ich las sehr viel, ich lernte sehr viel in der Küche, d.h. ich kochte neue Gerichte und ich surfte im Internet ziemlich viel. Ich habe dort ein Forum gefunden – es gab dort Platz für polnische Pflegerinnen, die zum Thema Arbeit, Probleme und Spaß im Internet schrieben und nach Ratschlägen suchten bzw. nachfragten usw.

Ich begann mir Gedanken zu dem Thema zu machen und ich fragte mich, ob es eine Beschäftigung für mich wäre. Ich wollte wiederum anfangen zu arbeiten, aber leider in meinem Alter, ohne besondere Ausbildung hatte ich keine Chancen, um in Polen mehr als 1500 zł zu verdienen. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob 24 Stundenpflege für mich mühselig wäre. Zusätzlich sprach ich kaum Deutsch und es war ein Nachteil in dem Fall. Aber es kann nichts schaden, wenn man es versucht und ich habe ein Jobangebot gefunden und ich füllte ein Formular aus. Es stellte sich heraus, dass die Firma A&J Partners auf meine Nachricht antwortete. Wie es sich erwies, konnte ich an einem Sprachkurs teilnehmen, weil ich kaum Deutsch sprach.

Ich war begeistert und wusste, dass mit Sicherheit der Sprachkurs viel Geld kostet. Es erwies sich, dass der Sprachkurs umsonst war und ich konnte die Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwerben. Seniorenbetreuung war mit den Fertigkeiten verbunden, die ich erworben habe, als ich mich um meine Eltern als auch um die Nachbarin kümmerte. Dennoch A&J Partners schlug einen medizinischen Kurs vor, der zum Ziel hatte, mein Wissen und meine Fertigkeiten zu festigen. Ich musste es nicht bezahlen und die Tatsache war zusätzlich ein Faktor, der mich zur Teilnahme ermunterte. Ich habe festgestellt, dass ich hinfahren will. Ich war der Meinung, dass ich es brauche und ich konnte nicht ständig Zuhause herumschleichen. Es war die nächste Etappe meines Lebens.

Ich bin nach Deutschland gefahren – Seniorenbetreuung ist meine Berufung

Seit drei Jahren fahre ich nach Deutschland als Seniorenbetreuerin. Als ich mich für diese Arbeit entschied, wusste ich, dass sehr oft Senioren, sehr heiter sind und 24 Stundenpflege und Seniorenbetreuung als eine Notwendigkeit betrachten. Ich habe es noch in Erinnerung, wie meine Eltern am Ende des Lebens nicht selbstständig leben konnten. Ich fand es normal, zu helfen. Ich verstehe aber, dass viele Familien nicht imstande sind, persönlich zu helfen. Deswegen freue ich mich, dass ich seit drei Jahren nach Deutschland fahre und der gleichen Familie dienen kann und sowohl meine Fertigkeiten als auch Erfahrungen in der Pflege und Betreuung verwenden kann. Solche Seniorenbetreuung bedeutet nicht nur ambulante Krankenpflege, sondern auch Haushaltshilfe.

Familien sorgen für angemessenes Greisenalter dank solchen Lösungen. Senioren müssen sich keine Sorgen wegen eines potentiellen Aufenthaltes in Altersheimen machen, wenn sie es sich nicht wünschen und ich habe Selbstverwirklichung erreicht, weil ich mir dessen bewusst bin, dass diese Beschäftigung meine Berufung ist und außerdem ist der Arbeitsplatz mein zweites Zuhause.